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Weihnachtsgruß der Administratoren
In den Jahren 2011 und 2012 gab es jeweils in den letzten Tagen vor den Weihnachtsferien jeden Tag einen Weihnachtsgruß für die Computernutzer des Kepler-Gymnasiums.
- In 2011 fanden die Nutzer jeden Tag einen anderen Comic auf ihrem Desktop-Hintergrund (damals angeregt von kie -- hierfür vielen Dank!)
- In 2012 wurden die Nutzer jeden Morgen von einem anderen 20-Sekunden-Clip eines amerikanischen Weihnachtslieds begrüßt.
Weihnachtsgruß 2013
Auch in diesem Jahr sollen die Nutzer wieder einen weihnachtlichen Gruß beim Einloggen erhalten. Ich schlage hierfür die letzte Schulwoche vor (16.-19. Dezember 2013). Momentan denke ich an kurze humoristische Texte zum Thema Weihnachten.
Als Anzeigemechanismus kommt wieder das ltsp-startup-Skript zum Einsatz. Es wurde so umgeschrieben, dass es täglich die Datei "/etc/ltsp-motd" anzeigt (wenn vorhanden). Die Nutzer können durch Knopfdruck entscheiden, ob der Text beim nächsten Login wieder angezeigt werden soll oder nicht.
Text vom Montag, 16. Dezember 2013
Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?
(aus: R. Gernhardt und F. W. Bernstein: "Hört, hört! Das WimS-Vorlesebuch", Zweitausendeins, Frankfurt a.M., 1979.)
Der folgende Text ist das nur unwesentlich entstellte Protokoll einer Diskussion, die in der Nacht vom 2. auf den 14. November im großen Sitzungssaal des Bonner WimS-Buildings stattfand. Teilnehmer waren die Herren Urbi und Orbi, Frau Frieda, sowie Leihbischof Klamm als Gesprächsleiter.
- Klamm
- Weihnachten steht vor der Tür...
- Die Anderen
- Was? Müssen wir sehen! Vor der rechten oder vor der linken?
- Klamm
- War doch nur metaphorisch gemeint...
Allgemeine Enttäuschung, dann wirft Herr Urbi ein, letztes Jahr sei schon mal Weihnachten gewesen. Und vorletztes Jahr auch, ereifert sich Frau Frieda. Und das sei doch eine merkwürdige Kontinuität, sagt Herr Orbi, direkt unheimlich sei das, er wolle nach Hause, ihn grusele...
- Klamm
- Hiergeblieben! Fragen wir uns lieber, wieso das so ist! Warum feiern wir denn jedes Jahr Weihnachten?
Vermutungen werden laut. Das sei der Kampftag der Arbeitgeberklasse, orakelt Herr Orbi, nein kreischt Frau Frieda, da spiele die Religionsgeschichte mit rein... Klamm: Die Religion? Ehrlich? ...doch dann hat Herr Urbi eine heiße Fährte...
- Urbi
- Am Anfang war die Geschichte mit Maria und Josef
- Frau Frieda
- Genau! Die sind doch seinerzeit aus dem Paradies geflogen, weil Maria in die Schlange gebissen hat.
- Urbi
- Jawohl! Und da hat sich Adam nackt ausgezogen und geschrien "Raus hier!"
- Frau Frieda
- Worauf Maria den Josef erschlug.
- Klamm
- Erschlug? Wie schrecklich!
- Urbi
- Ganz furchtbar! Der erste Brudermord...
Aber, da habe doch ein Apfel die Hauptrolle gespielt, gibt Herr Orbi zu bedenken...
- Klamm
- Welcher Apfel?
Der, der seinerzeit den heiligen drei Königen geweissagt worden sei: "Und ihr werdet finden den Apfel in Windeln gelegt und in eine Krippe gewickelt" -- den Apfel meine er. Ach Unfug, nuschelte Herr Urbi dazwischen, nun erinnere er sich: Nicht Maria habe den Josef erschlagen, sondern Adam habe die beiden erschlagen wollen, falls sie sich noch einmal umdrehen sollten...
- Klamm
- Erschlagen? Schon wieder?
Nicht erschlagen, erstarren, krakeelt Frau Frieda, Adam habe den beiden gedroht, sie würden zu einem Bratapfel erstarren, wenn sie sich noch einmal umdrehten...
- Urbi
- Nicht Bratapfel! Salzstange!
- Orbi
- Jawohl! Und die Maria drehte sich trotzdem um, und da fing es schon an, zu regnen
- Urbi
- Vierzig Tage lang
- Klamm
- So lange? Wie schrecklich!
- Orbi
- Und es hätte noch länger geregnet, wenn nicht Daniel in der Magengrube
- Urbi
- Möwengrube
Aber das führe ja alles nicht weiter, heult nun Frau Frieda, es sei doch alles ganz anders gewesen, Abraham und Bebraham hätten nämlich gewettet, wer am schnellsten seinen Sohn opfern können und Abraham habe den Schiedsrichter Herodes...
- Klamm
- Herodes? Wer ist denn das schon wieder?
...Herodes, den Förderer des bethlehemitischen Kindersports, bestochen...
- Urbi
- Mit einem Salzapfel
- Orbi
- Mit einer Bratstange
...was doch egal sei, greint Frau Frieda, der Wettkampf habe gar nicht stattfinden können...
- Urbi
- Wegen Regens
...jawohl, der Platz sei ja unbespielbar gewesen und deshalb habe das Krippenspiel im Stall stattfinden müssen...
- Urbi
- Völlig regelwidrig
- Klamm
- Und wegen all dieser ollen Kamellen feiern wir heute Weihnachten?
- Orbi
- Wieso denn nicht? Den 17. Juni feiern wir doch auch!
Aber das sei doch ein ganz anderer Fall, der 17. Juni, wird nun von allen Seiten dazwischen geredet, an diesem Tage habe schließlich vor 200 Jahren das Türkenheer unter Karl Martell bei Waterloo die Berliner Bastille vor den Mongolen gerettet, das sei ein Grund zu feiern, aber Weihnachten...
- Urbi
- Vielleicht ist das Weihnachtsfest nur so eine Art Erinnerung.
- Orbi
- Woran?
- Urbi
- An Weihnachten. So, wie das Reformationsfest. Da ist ja dann auch nicht Reformation. Sondern es war mal Reformation, damals, als Luther die 99 Besen an die Schlossküche zu Frittenberg genagelt hat.
- Frau Frieda
- Aber dann gibt es gar kein Weihnachten mehr, wenn ich Ihre Parallele richtig verstehe!
So sei es, mein Herr Urbi, Reformation gebe es ja auch nicht mehr. Dann sei ja alles bestens, strahlt Herr Orbi, dann entfalle ja der Grund, weiter zu diskutieren, ob der Herr Diskussionsleiter nicht so freundlich sein könne, die Diskussion abzubrechen...
- Klamm
- Die Diskussion? Welche Diskussion denn? Wurde hier etwa diskutiert? Mein Gott, wie peinlich!
Text vom Dienstag, 17. Dezember 2013
VOM LIEBEN GOTT, DER ÜBER DIE ERDE WANDELTE
(aus: R. Gernhardt: "Die Blusen des Böhmen". 3. Auflage, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M. 2006, ISBN 3-596-13228-2.)
Es begab sich einmal, als der liebe Gott wieder einmal über die Erde wandelte, daß es dunkel wurde und er am Hause des reichen Mannes anklopfte und er um ein Nachtlager bat.
Doch der reiche Mann erkannte nicht, wer da vor ihm stand, und so antwortete er: "Tritt herein, unbekannter Fremder, das ist wohlgetan, daß du bei mir anklopftst. Gleich werde ich dir das schönste Bett im Haus herrichten lassen, darf ich dich in der Zwischenzeit mit feinem Backwerk und köstlichen Weinen bewirten?"
Da gab sich der liebe Gott zu erkennen und sprach erfreut: "Dein Angebot ist sehr freundlich, reicher Mann. Die letzten Male, da ich über die Erde wandelte, mußte ich nämlich immer beim armen Mann absteigen. Und da hat es mir, ehrlich gestanden, gar nicht gefallen, bei dem war alles -- unter uns gesagt -- doch erschreckend ärmlich."
Nach diesen Worten aber schmausten und tranken die beiden nach Herzenslust, und es wurde noch ein richtig netter Abend.
Text vom Mittwoch, 18. Dezember 2013
ADVENT
(von, und in Erinnerung an, Vicco v. Bülow, *1923, +2011)
Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, vom Fenster her, durchbricht
den dunklen Tann ein helles Licht://
Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muss es sein.
Und als das Rehlein ging zur Ruh,
das Häslein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei- drei- viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sternlein traulich funkeln.
Und in der Guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun muß die Försterin sich eilen,
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Weidmannssitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
(was der Gemahl bisher vermied),
behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück,
und packt zum Schluss, es geht auf vier,
die Reste in Geschenkpapier.
Da tönt's von fern wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
im Schnee noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten:
"He, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?"
Des Försters Haus ist tiefverschneit,
doch seine Frau steht schon bereit:
"Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
s' ist alles, was ich geben kann."
Die Silberschellen klingen leise,
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.
Im Försterhaus die Kerze brennt,
ein Sternlein blinkt -- es ist Advent.
Text vom Donnerstag, 19. Dezember 2013
Materialsammlung
- Adventsgedicht von Loriot
- Die Falle
- Sedaris-Text
- diverse Internet-Texte
- Geschichte vom lieben Gott und dem reichen Mann
- Dürers Hase
- Vermisstenanzeige
- Erna, der Baum nadelt
- zehn kleine Faltigkeiten
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